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BB 2024, 1779
 

Im Blickpunkt

Abbildung 16

Nach einer von EY (Ernst & Young) durchgeführten Studie “EY European AI Barometer” befürchtet die Mehrheit der Mitarbeitenden in Deutschland einen Stellenabbau aufgrund von Künstlicher Intelligenz (KI). Dies ist gemäß einer Pressemitteilung vom 18.7.2024 das Ergebnis einer unter 4 741 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in neun europäischen Ländern durchgeführten Befragung, 1 044 davon in Deutschland. 59 % der Befragten hierzulande gehen demnach davon aus, dass KI dazu führen wird, dass weniger Arbeitskräfte benötigt werden. 45 % der Managerinnen und Manager in Europa gaben an, dass KI bereits zu Kosteneinsparungen, Gewinnsteigerungen oder beidem geführt habe. KI erleichtert der Untersuchung nach zwar das Leben und den Arbeitsalltag – allerdings werden dabei auch die Herausforderungen sichtbarer, welche die neue Technologie mit sich bringt. Nach den Erkenntnissen der Studie haben 67 % der Angestellten in Deutschland bereits praktische Erfahrungen mit KI-Anwendungen gesammelt, im europäischen Vergleich hingegen 72 %. Die meisten Nutzenden hierzulande verwendeten KI aber eher im Privaten (37 %) als im Beruf (8 %). Von den Befragten haben 22 % KI-Erfahrungen in beiden Bereichen gemacht. Häufiger haben, so die Studie, Männer (71 %) Erfahrung mit KI-Anwendungen als Frauen (64 %). Auch zwischen nicht-leitenden Angestellten und der Management-Ebene gebe es deutliche Unterschiede: So verwenden fast acht von zehn Entscheidern (79 %) in Unternehmen hierzulande KI-Anwendungen, bei den nicht-leitenden Angestellten sind dies dagegen nur etwas mehr als sechs von zehn (63 %). Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) in Deutschland gab an, dass sie die Auswirkungen von KI-Entwicklungen und -Anwendungen in ihrem Arbeitsleben spüren werden, was im Umkehrschluss somit 44 % der Befragten nicht glauben. Die Studie rät an, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden geeignetere Möglichkeiten zur KI-Qualifizierung eröffnen – auch, da Mitarbeitende oftmals mit bestehenden Trainings-/Schulungsangeboten nicht zufrieden seien – und durch gezielte Kommunikation möglichen Vorbehalten mit Blick auf die KI-Transformation begegnen.

Prof. Dr. Christian Pelke, Ressortleiter Arbeitsrecht

 
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